Der Künstler und Designer Isamu Noguchi wird 1904 in Los Angeles geboren als Sohn der amerikanischen
Schriftstellerin Leonie Gilmour und des japanischen Dichters Yonejiro Noguchi. Seine Kindheit verbringt
Isamu Noguchi in Amerika, ab 1907 in Japan. 1918 kehrt Isamu Noguchi allein in die Vereinigten Staaten
zurück, um das Interlaken College in Rolling Prairie, Indiana, zu besuchen.
Nach dem Schulabschluss im
Jahr 1922 verbringt Isamu Noguchi einen Sommer bei dem Bildhauer Gutzon Borglum. Im Herbst 1922 beginnt
Isamu Noguchi an der Columbia University in New York ein Medizinstudium. 1924 kehrt auch Isamu Noguchis
Mutter in die Vereinigten Staaten zurück. Sie lebt ebenfalls in New York und ermutigt Isamu Noguchi dazu,
an Abendkursen für Bildhauerei an der Leonardo da Vinci Art School teilzunehmen. Schließlich gibt Isamu
Noguchi sein Studium auf und wird Bildhauer.
Ein Guggenheim-Stipendium ermöglicht ihm 1927 den Aufenthalt
in Paris. Dort wird Isamu Noguchi für ein halbes Jahr Assistent von Constantin Brancusi, von dem er
bereits in New York Werke gesehen hatte. Isamu Noguchi hat ein eigenes Atelier auf dem Montparnasse,
es entstehen abstrakte Holz und Steinskulpturen sowie Gouachen. Als das Stipendium ausläuft, kehrt Isamu
Noguchi 1928 nach New York zurück und richtet sich dort sein Atelier ein. In den 1940er Jahren fertigt
Isamu Noguchi eine Reihe von Lichtskulpturen aus Papier, die er als "Lunar" bezeichnet. 1944 entsteht
daraus ein Entwurf für eine Tischleuchte, mit Stützen aus Kirschholz und verstärktem Lampenschirm, die
von Knoll International produziert wird.
In den folgenden Jahren entwirft Isamu Noguchi zahlreiche Möbel
und Lampen für Knoll und
Herman Miller. 1951 entstehen die "Akari"-Papierleuchten. Isamu Noguchi lässt
dafür die alte japanische Kunst des Papierschöpfens aus der Borke des Maulbeerbaums wiederaufleben. Den
"Akari"-Leuchten fügt er 35 Jahre lang jedes Jahr einen weiteren Entwurf hinzu. Zu Isamu Noguchis
bekanntesten Entwürfen gehört auch der
"Coffee table" von 1945, dessen Glasplatte auf
einem organisch geschwungenen, skulptural wirkenden Fuß aus Holz aufliegt.
1937 entwirft er ein Radio,
dessen Gehäuse aus Bakelit an die Form eines japanischen Kriegerhelms erinnert. 1954 entsteht der
"Rocking stool". Zu seinen Designentwürfen befragt, sagt Isamu Noguchi einmal: "Funktion (...) war
für mich bloß der Anfang. Mein Ziel ist immer die Kunst gewesen, in ihrer Wechselbeziehung zum Leben."